Vespertilio bietet Ihnen folgende Leistungen an:

Vespertilio führt Kartierungen und Erfassungen von Säugetieren, insbesondere der Artengruppe Fledermäuse sowie der Haselmaus und des Feldhamsters durch. Der räumliche Schwerpunkt liegt dabei im Großraum Stuttgart (Tübingen, Reutlingen, Esslingen und Ludwigsburg) und den angrenzenden Regionen: Karlsruhe, Heilbronn, Heidelberg, Mannheim, Ulm und die schwäbische Alb.

Fledermauserfassung

Akustische Erfassungen

Da Fledermäuse nachtaktiv sind, ist eine visuelle Erfassung dieser Artengruppe in der Regel nur schwer möglich. Um sich auch in der Dunkelheit orientieren zu können, haben Fledermäuse die Fähigkeit der Echolokation entwickelt. Hierbei stoßen die Tiere für den Menschen nicht hörbaren Ultraschall aus. Durch das an Objekten reflektierte Echo können sich die Fledermäuse dann ein sehr genaues Bild ihrer Umgebung machen. Da die Echoortungslaute der einzelnen Fledermausarten zum Teil sehr unterschiedlich sind, kann man Fledermäuse durch die Erfassung der Ultraschalrufe akustisch unterscheiden.

Rufanalyse

Die im Rahmen eines Dauermonitorings oder durch Transektbegehungen aufgenommenen Fledermausrufe werden im Nachhinein am Computer analysiert und bestimmt. Hierzu werden die aufgenommenen Fledermausrufe grafisch am Computer als sogenannte Sonagramme dargestellt. Zur Artbestimmung werden dann verschiedene Parameter wie beispielsweise der Frequenzverlauf, Start- und Endfrequenz, die Ruflänge, der Abstand einzelner Rufe oder auch die Rhythmik analysiert und mit gängiger Bestimmungsliteratur verglichen. Da vor allem im Rahmen von Dauermonitorings sehr große Datenmengen anfallen, ist eine manuelle Bestimmung jeder einzelnen Aufnahme oft nicht möglich. Daher wird in diesen Fällen eine spezielle Rufanalyse-Software eingesetzt, die alle aufgenommenen Rufe automatisch analysiert und eine vorläufige Artbestimmung vornimmt. Die Validierung der analysierten Rufe durch Fledermausexperten ist jedoch unverzichtbar.

Fledermäuse - Rufanalyse

Netzfang

Fledermäuse - Netzfang

Um auch sehr leise oder ähnlich rufende Fledermausarten (z. B. Bechsteinfledermaus, Braunes und Graues Langohr) zweifelsfrei nachweisen zu können, werden feinmaschige Netze in das Jagdhabitat oder auf Flugrouten von Fledermäusen gestellt. Idealerweise orten die Tiere auf ihren gewohnten Flugrouten vom Quartier zum Jagdhabitat weniger wodurch die Chance, dass sich die Fledermäuse in den Netzen verfangen steigt.
In der Regel werden pro Standort mehrere Netze gestellt. Das Angebot an Netzen variiert zwischen 2 und 18 m Länge und zwischen 1,60 und 3,20 m Höhe, so dass optimal auf die örtlichen Gegebenheiten eingegangen werden kann. Die Netze können mittels Teleskopstangen bis zu einer Höhe 8 m gestellt werden. Sind alle Netze aufgebaut, werden diese alle 10-15 Minuten kontrolliert. Gefangene Tiere werden befreit und in Stoffsäcken zur Aufnahme morphologischer Parameter und zur Besenderung verwahrt. Der Zeitpunkt des Abbaus ist variabel, erfolgt jedoch oft gegen Sonnenaufgang.

Telemetrie

Wurden beispielsweise Fledermäuse im Rahmen eines Netzfangs gefangen, werden den Tieren kleine, 0,27 – 0,62 g leichte Sender in das Rückenfell geklebt, um mittels Telemetrie das nächtliche Jagdgebiet erfassen (Aktionsraumtelemetrie) oder am nächsten Tag das genutzte Quartier (Quartiertelemetrie) lokalisieren zu können. Hier ist darauf zu achten, dass der Sender nicht zu hoch (Kopfbereich) oder zu tief (Fußbereich) sitzt und das Tier nicht in seiner Bewegungsfreiheit einschränkt.
Während der Aktionsraumtelemetrie (ART) wird der Aufenthaltsort der besenderten Fledermaus in bestimmen Intervallen mittels Triangulation ermittelt, was eine Raumnutzungsanalyse für die besenderte Fledermaus ermöglicht. Hierfür verfolgen zwei, je mit einem Telemetrieempfänger und einem Kompass ausgestattete, Kartierer das besenderte Tier zu Fuß und stimmen per Mobiltelefon oder Funkgerät Zeitpunkte für eine Kreuzpeilung ab. Über die aufgenommenen Winkel und Signalstärken kann der Standort der Fledermaus abgeleitet werden. Bevorzugt werden etwa alle 2 – 5 Minuten Kreuzpeilungen durchgeführt, so dass die Raumnutzung des besenderten Tieres über eine komplette Nacht dargestellt werden kann.
Bei der Quartiertelemetrie (QT) wird das Gebiet, in dem die Fledermaus gefangen und auch wieder freigelassen wurde, mittels Telemetrieempfänger systematisch nach dem Signal des Senders gesucht. Wurde ein Signal detektiert erfolgt das so genannte Homing-In, wobei der Aufenthaltsort durch permanente Peilungen direkt lokalisiert werden kann. Identifizierte Quartiere werden in der Regel durch Ausflugszählungen bestätigt. Dies gibt einen Einblick über den Quartierverbund der Fledermäuse und ermöglicht es außerdem Aussagen über Gruppengrößen und daher über die Sozialstruktur (Wochenstube / Einzelquartier) des besenderten Tieres treffen zu können.

Fledermäuse - Telemetrie

Baumhöhlenkartierung

Fledermäuse - Baumhöhlenkartierung

Viele unserer einheimischen Fledermausarten nutzen Baumhöhlen als Tages-, Wochenstuben- oder Winterquartiere. Je nach Fledermausart werden hierbei von Spechthöhlen über Astabbrüchen, Stammanrissen oder auch abstehender Rinde als Quartiere an oder in Bäumen genutzt. Da vor allem die baumhöhlenbewohnenden Fledermausarten ihre Quartiere häufig wechseln, ist es oft nur schwer möglich alle tatsächlich genutzten Baumquartiere in einem Gebiet zu ermitteln. Die Baumhöhlenkartierung ermöglicht es jedoch, das Quartierpotenzial in einem Gebiet einzuschätzen. Hierzu wird ein Gebiet während der laubfreien Zeit (ca. November bis März) flächig begangen und alle potenziellen Fledermausquartiere dokumentiert.

Kontrolluntersuchungen

Die Kontrolle potenzieller Quartiere ist eine weitere Möglichkeit Fledermäuse zu erfassen bzw. nachzuweisen. Im Sommer werden geeignete Hangplätze in Gebäuden, Vogel- bzw. Fledermauskästen oder auch Baumhöhlen auf anwesende Fledermäuse kontrolliert. Neben dem direkten Nachweis durch die Sichtung einer oder mehrerer Fledermäuse kann jedoch auch ein indirekter Nachweis durch charakteristische Kot-, Urin- oder Fettspuren erbracht werden. Werden Kotspuren gefunden, so kann die Fledermausart anhand von Haaren im Kot durch eine mikroskopische Untersuchung bestimmt werden.
Im Winter nutzen Fledermäuse vor allem unterirdische, frostfreie Quartiere wie Keller, Höhlen oder Stollen. Einige Arte überwintern darüber hinaus auch in Baumhöhlen oder sogar in Holzstapeln. Durch eine Kontrolle dieser potenziellen Winterquartiere während der Wintermonate kann eine Nutzung durch Fledermäuse nachgewiesen werden. Hierbei ist jedoch darauf zu achten, die Störung für die winterschlafenden Tiere so gering wie möglich zu halten.

Haselmaus

Haselmaustubes bzw. Nistkästen

Bei der Erfassung der dämmerungs- bzw. nachtaktiven Haselmaus nutzt man die Vorliebe dieser Art Nester in Gebüschen oder Sträuchern anzulegen. Im Untersuchungsgebiet werden so genannte Nesttubes (oder Niströhren) oder spezielle Haselmauskästen aufgehängt, da diese gerne von den Haselmäusen genutzt werden, um ihre kugelrunden Nester darin anzulegen. Durch eine Kontrolle der Nesttubes oder Nistkästen während der Sommermonate kann man die Haselmaus häufig direkt durch den Fund eines oder mehrerer schlafender Individuen nachweisen. Darüber hinaus ist jedoch auch das Nest der Haselmaus so charakteristisch für diese Art, dass auch ein indirekter Nachweis über das im Nesttube bzw. Nistkasten angelegte Nest erbracht werden kann.

Haselmauserfassung - Nesttube

Fraßspurensuche

Neben Beeren, Früchten oder Pollen ernährt sich die Haselmaus vor allem im Herbst häufig von Haselnüssen, wodurch sie ihren Namen erhalten hat. Dabei nagt die Haselmaus ein kleines Loch in die Schale, welches sie dann kreisrund vergrößert, bis sie an die Nuss gelangt. Dadurch hinterlässt die Haselmaus ein unverwechselbares Fraßmuster an den Schalen der Haselnuss, wodurch die Haselmaus eindeutig identifiziert werden kann. Durch die gezielte Suche nach angenagten Haselnüssen kann die Haselmaus sehr gut nachgewiesen werden.

Feldhamster

Baukartierung

Feldhamster - Baukartierung

Bei dieser Methode werden potenzielle Habitate des Feldhamsters, wie Acker- oder Grünflächen mit geeigneten Böden, linienartig abgeschritten und nach Hamsterbauen abgesucht. Diese zeichnen sich durch eine definierte Größe und einen charakteristischen Aufbau aus, die eine zuverlässige Ansprache möglich machen. Durch das Auffinden von frischem Erdauswurf, Fraßkreisen oder Laufwegen können außerdem Rückschlüsse auf eine aktuelle Nutzung gezogen werden.